Sonderurlaub bei Umzügen

Sonderurlaub bei Umzug

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Ein grundsätzlicher Anspruch auf Sonderurlaub bei Umzügen besteht laut Gesetz im Allgemeinen nicht. Jedoch sind Umzüge mit allem Drumherum wie Vorbereitungen, Umzugsorganisation, Renovierungen der alten und neuen Wohnung, Behördengänge usw. kaum am Wochenende oder nach Dienstschluss zu bewältigen.



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  • Hinweis: Ansprüche auf Sonderurlaub und die Dauer können sich aus Betriebsvereinbarungen, vertraglichen Vereinbarungen oder Tarifverträgen ergeben. Und da sieht es dann meist doch ganz gut aus.

Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge

Betriebsvereinbarungen sind Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, mit Regeln, die unmittelbar auf die Arbeitsverhältnisse einwirken. Erkundigen Sie sich direkt beim Betriebsrat, ob Sonderurlaub bei Umzug festgelegt ist.

Tarifverträge bzw. Branchentarifverträge sind zwischen Gewerkschaften einerseits und einzelnen Arbeitgebern oder Vereinigungen von Arbeitgebern andererseits geschlossene Verträge. Jedes Unternehmen eines Wirtschaftszweiges ist, wenn es dem vertragsschließendem Arbeitgeberverband angehört, dem entsprechenden Tarifvertrag unterworfen. Die tariflichen Normen gelten unmittelbar und zwingend zwischen den Tarifgebundenen.

Der Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) gilt grundsätzlich für alle Angestellten des öffentlichen Dienstes, unabhängig von der Art ihrer Tätigkeit. § 52 BAT sieht einen Tag bezahlte Arbeitsbefreiung bei Umzug vor. Voraussetzung ist allerdings, dass der Umzug in einen anderen Ort aus dienstlichen oder betrieblichen Gründen unternommen wird.

Laut § 12 SurlV (Verordnung über Sonderurlaub für Bundesbeamte und Richter im Bundesdienst) kann, wenn keine dienstlichen Gründe dagegensprechen, bei Umzug in einen anderen Ort aus dienstlichem Anlass ein Arbeitstag gewährt werden. Wenn der letzte Umzug aus dienstlichem Anlass nicht länger als fünf Jahre zurückliegt, gibt es für diese Berufsgruppe sogar drei Arbeitstage. Bei grenzüberschreitenden Umzug aus dienstlichem Anlass sind auch bis zu 3 Arbeitstage vorgesehen.

Aber auch wenn die für Sie gültigen Vorschriften keinen Sonderurlaub bei Umzügen vorsehen, sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Chef sprechen, ob er Ihnen aus Kulanzgründen einen oder sogar zwei freie Tage gewährt.

  • Tipp: Gleich nach zwei freien Tagen für den Umzug zu fragen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, wenigstens einen Urlaubstag zu bekommen.

Gute Argumente überzeugen:

  • Prämie: Sie haben vor kurzem ein Projekt erfolgreich abgeschlossen? Zwei Tage Umzugsurlaub wären eine schöne Anerkennung, statt einer finanziellen Prämie. Vielleicht sieht Ihr Chef das ganz genauso.

  • Fleißarbeit:
    Wie wäre es mit dem Angebot, einen Monat lang den Abwaschdienst zu übernehmen, Kaffee zu kochen, Papierkörbe zu leeren oder sonstige lästige Arbeiten zu übernehmen? Kein schlechter Deal, wenn dabei ein paar freie Tage für den Umzug herauskommen.

  • Zuverlässigkeit:
    Sie gehören zu den Mitarbeitern, die immer da sind, egal ob Kopfschmerzen, Übelkeit oder Grippe? Und wenn Not am Mann ist, arbeiten Sie selbstverständlich länger. Jetzt wäre der richtige Moment, dafür eine Anerkennung in Form von freien Tagen zu erhalten.

  • Treue:
    Lange Betriebszugehörigkeiten sind heutzutage nicht mehr selbstverständlich. In den vielen Jahren haben Sie sich nie etwas zu Schulden kommen lassen und haben noch nie Sonderurlaub beansprucht. Nicht zu viel verlangt, nun bezüglich zwei freier Tage für den Umzug anzuklopfen.
  • Empfehlung: Sichern Sie Ihrem Chef Verschwiegenheit gegenüber den anderen Mitarbeitern zu. So bedeutet für ihn eine Entscheidung zu Ihren Gunsten nicht, eine Lawine loszutreten.

In der heißen Umzugsphase ist der Kopf voll mit all den Dingen, die zu erledigen sind. Besser, zwei Tage nicht am Arbeitsplatz und dann wieder hundertprozentig im Einsatz, als zwei Wochen mit halber Kraft, weil die Konzentration fehlt. Das weiß im Prinzip auch Ihr Vorgesetzter und trotzdem schadet es nicht, ihn mit ein wenig Fingerspitzengefühl nochmals dafür zu sensibilisieren.

Verständnis: Erinnern Sie Ihren Chef an seinen eigenen Umzug, so werben Sie am Besten für Ihre momentane Situation.

Motivation: Urlaub für den Umzug, das heißt alles kompakt und schnell erledigen zu können. Klar, dass man sich anschließend auch in der Arbeit so richtig ins Zeug legt – noch mehr als sonst.