Umzugsnachweise – Bescheinigungen vom Vermieter meist unnötig

UmzugsnachweisIn früherer Zeit verlangte der Gesetzgeber in Deutschland von Umziehenden mitunter ganz schön viel. So mussten Bürger, die beim zuständigen Einwohnermeldeamt die obligatorische Ummeldung des Wohnsitzes vornehmen wollten, zusätzlich zu den üblichen Unterlagen wie dem Ausweisdokument und dem Meldeformular auch einen so genannten Umzugsnachweis des Vermieters einreichen. Diesem Schreiben konnte die Behörde entnehmen, wann genau der Einzug in die neue Wohnung stattgefunden hat.

Dieser Termin war und ist insofern sehr wichtig, weil Umziehenden nach dem Umzug den gesetzlichen Vorgaben entsprechend nur sieben Tage Zeit bleiben, um das Ummelden zu erledigen. Geschieht dies nicht, kann ein durchaus schmerzliches Bußgeld verhängt werden, das die Umzugskosten steigen lässt. Das Einwohnermeldeamt verlangt diesen Umzugsnachweis heute nicht mehr. Strafen sind somit seltene Ausnahmen. So sind Umziehende gewissermaßen flexibler, wenn es mal etwas länger dauert, bis man Zeit für den Behördengang findet. Die Mitarbeiter verlassen sich mittlerweile schlicht auf die Einzugsangaben der Bürger.

Versicherungspolicen auf neue Wohnung umstellen

Grundsätzlich aber ist der Umzugsnachweis auch weiterhin erforderlich. Dann zum Beispiel, wenn Umziehende Sozialleistungen vom Staat beziehen und etwa einen Zuschuss zu den Umzugskosten vom Amt bekommen möchten. Das Umzugsgeld stellt vor allem für Personen mit geringem Budget eine wichtige Entlastung dar, um alle anfallenden Ausgaben für den Umzug sowie Renovierungen oder den Kauf neuer Möbel finanzieren zu können, ohne sich dabei wirtschaftlich zu übernehmen. Wert auf den Nachweis zum Umzug legen auch viele Vertragspartner. Kreditnehmer müssen die Bank informieren, Versicherungsnehmer müssen ihrerseits einen Umzugsnachweis erbringen und zugleich daran denken, Policen wie die Hausratversicherung an die Gegebenheiten in der neuen Wohnung anzupassen, damit im Schadensfall für ausreichenden Versicherungsschutz gesorgt ist. In diesen Fällen kann unter anderem die Meldebescheinigung vom Amt als Umzugsnachweis genutzt werden. Die Benachrichtigung über den Umzug durch den Bürger selbst reicht als Nachweis jedoch normalerweise.

Einwohnermeldeamt fragt nur selten nach Umzugsnachweisen

Einwohnermeldeamt UmzugsnachweiseDie erforderliche Bestätigung als Umzugsnachweis wird vom Einwohnermeldeamt ausgestellt, wenn Umziehende das zuständige Amt aufsuchen. Das Original geht normalerweise in die Unterlagen der Behörde ein, während Neubürger möglicherweise für die eigenen Zwecke einen Durchschlag erhalten. Benötigt wird der Umzugsnachweis vielfach auch dann, wenn Personen Ansprüche auf Fördermittel vom Staat wie die Eigenheimzulage für das jeweils aktuelle Jahr erhalten wollen. Die zeitnahe Ummeldung des Wohnsitzes ist also schon aus diesem Grund ratsam, damit die Fristen nicht versäumt werden. Einen Umzugsnachweis vom Vermieter fordern die Meldeämter in Deutschland inzwischen nur noch in seltenen und begründeten Ausnahmefällen. Für den Fall der Fälle können zudem Unterlagen wie die Telefonabrechnung und ähnliche Dokumente mit der neuen Anschrift als Umzugsnachweis verwendet werden.

Nachweise können Vertragskündigungen ermöglichen

Im Einzelfall kann der Umzugsnachweis auch wichtig sein, um aus laufenden vertraglichen Verpflichtungen aussteigen zu können. Zwar sollten sich Umziehende nicht immer darauf verlassen, dass Stromanbieter oder Provider beim Internet-, Telefon- und Kabelanschluss kulant sind. Doch wer vergisst, Verträge fristgerecht zu kündigen, sollte nichts unversucht lassen und den Umzugsnachweis einreichen, um mit etwas Glück vielleicht doch vorzeitig kündigen und zu einem anderen Angebot wechseln zu können. Auch bei anderen Vertragsbindungen kann ein Umzugsnachweis dazu führen, dass trotz geltender Fristen ein vorzeitiger Ausstieg genehmigt wird. Insbesondere bei Dingen wie dem Nachhilfe- oder Musikunterricht für den Nachwuchs und ähnlichen Bindungen.

Arbeitgeber und Finanzämter zeitnah informieren

Der Verlust des Umzugsnachweises im Rahmen des Einzugs muss Umziehenden übrigens keine Sorgen bereiten. Ersatz kann ohne großen Aufwand beim Einwohnermeldeamt besorgt werden, falls Arbeitgeber, Vertragspartner oder Behörden auf Vorlage der Dokumente bestehen. Gerade Arbeitgeber und Finanzämter wollen frühzeitig durch einen Umzugsnachweis über den Wechsel des Wohnortes in Kenntnis gesetzt werden. Relevant ist dies einerseits für die Lohnsteuererklärung, deren Daten umgestellt werden müssen. Zumal sich die Zuständigkeit der Behörden durch den Umzug in eine andere Stadt verändern kann. Schon vor dem Start des Umzugs können sich Berufstätige informieren, ob in Zukunft ein anderes Finanzamt zuständig sein wird. Die Finanzbehörden selbst verlangen nicht in jedem Fall einen Umzugsnachweis von den Bürgern. Jedoch gibt es in diesem Punkt regionale Unterschiede. Umziehende sollten also auch in diesem Punkt prüfen, ob und wo Meldebescheinigungen vorzulegen sind.

Es zeigt sich: Die Zahl der Anlaufstellen, bei denen ein Umzugsnachweis einzureichen ist, ist überschaubar. Klären sollten Umziehende diesen Aspekt aber dennoch rechtzeitig, um beim Umziehen nichts falsch zu machen.